Frühlingsfest – eine Rekapitulation

Sonntag. 25.April 2010. Heiligenhaus. Frühlingsfest.
Als ich am Rathausplatz ankam, dachte ich, ich wäre auf einer Handelsmesse gelandet.” so ein Besucher.

Tjaja, nicht weiter Verwunderlich — wurde doch „der kleine Bruder des Stadtfestes” vom Arbeitskreis des Stadtmarketing ausgerichtet. Und schon in der Ankündigung sprach Anelie Heinisch von „Autohäusern und Gärtnereien” (die Korrelation darf sich jeder selbst denken), die sich und ihr Angebot an diesem Tag entlang der gesperrten Hauptstraße präsentierten.

Vielleicht aber hat jener Besucher das Pferd einfach von der falschen Seite aufgzäumt?
Hätte er seinen Besuch des Frühlingsfestes von Westen her bekonnen, am Kirchplatz, wäre sein erster Kontakt nicht mit Fliesenlegern, Landschafts- bauern und anderen Dienstleistern gewesen sondern mit… Kunst!

Stand des Kunstquadrat

Denn am Ende des gesperrten Teiles der Hauptstraße (in Fahrtrichtung gesehen) begann der bunte Reigen von Schaustellern, fliegenden Händlern, heimischen Einzelhandel und Anderen mit einem stand, der irgendwie so gar nicht in das restliche Bild passte.
Hier wurde weder kalorien- und fetthaltiges Naschwerk noch konsum- gesteuert Waren feilgeboten. Hier wollte einfach niemand wirklich etwas verkaufen

Das Kunstquadrat hatte diese Stelle bezogen.

Nun bleibt die Aussage – alleine durch den gewählten Standort – vielfältig.
Stand von Hinten„Abseits des normalen Treibens”!?
„Was am Ende übrig bleibt”!?
„Kunst am Ende der Konsumkette”!?

Nun tatsächlich war es so, dass die Besucherschar sich doch eher zurück hielt. Im Vergleich zu den Massen, die im „inneren Sorgfaltsraum” vom Rathausplatz bis zur Grenze des Kirchplatzes die Stände belagerten, konnten die Aktivisten des Kunstquadrates recht frei und ungestört ihren Aktionen nachgehen.

Glückliche Kinderming, der nebenbei die Logistik des Auftritts koordinierte (und dem dafür ein besonderer Dank gilt!) hatte für Allerlei gesorgt.
Hunderte von Formatgroßen Papieren warteten nur darauf mit der eigens für diese Aktion angerührten Gouache-Tusche-Farbe bemalt zu werden. „Intuitive Malerei” nannte er sein Projekt. Mit schnellen Pinselstrichen malte er die vorbeilaufenden Passanten, die ihre Portraits überrascht und gerne entgegen nahmen.

Flyers to Gotmvp, im Vorfeld für die kurzfristige Produktion von Flyermaterial verantwortlich und im eigens für diesen Event angefertigten T-Shirt erschienen, rundete das Oeuvre ab, indem er von seinem eigentlichen Vorhaben (er wollte nach eigenen Angaben „den Keith machen”) teilverwarf und sich von der figurativen Arbeit mings anstecken und seine Arbeiten von anfänglich strukturbetont abstrakt immer mehr in Richtung figürlich gleiten lies.

dede, den engen Zeitraum zwischen zwei Arbeits- schichten opfernd, kam mit Ukulele, Nasenflöte und Wischeimer bewaffnet um in loser Folge einige Spontan- konzerte zu geben. Beeindruckend seine „Soloimprovisation für Nasenflöte und Wischeimer” mitten auf der Straße. Oder aber die mit tmvp, der eine dreiminütige Kurzeinführung in die Kunst des Nasenflötens genießen durfte,  gemeinsam gejammte „Improvisation für Ukulele und Nasenflöte”.
Mehr zu dieser Aktion unter www.zweistromland.me

Doch die spektakulärste Aktion dieses Tages war wohl
square to square”.
Über die gesamte Länge der gesperrten Hauptstraße wurden auf den Asphalt Quadrate (engl. square = quadrat) gemalt.
Dies schaffte eine Verbindung von Rathaus- und Kirchplatz (engl. square = Platz), den Anfangs- und Endpunkten des Festes.
So konnte der Besucher — von Quadrat zu Quadrat, von square to square — über das Frühlingsfest entlangflanieren.
Mehr zu dieser Aktion unter www.zweistromland.me

2 Gedanken zu „Frühlingsfest – eine Rekapitulation

  1. gut gemacht! (h)eiligenhaus ein wenig gebremst, entschleunigung von westen her.
    vielleicht gut gesät für mehr als nur ein gelbes band im frühling, für mehr als nur kunstrasen!
    solidarische grüße!

  2. Danke. Es hat mir sehr viel Freude bereitet daran teilzunehmen.
    Ich habe dabei sogar etwas gelernt. Nämlich 2 neue Griffe auf der Ukulele.

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